Haarausfall: Ursachen, Formen und wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist
In diesem Beitrag gehen wir auf mögliche Ursachen von Haarausfall ein und zeigen dir, welche Formen unterschieden werden, wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist und welche Maßnahmen je nach Ursache infrage kommen können.
1. Was ist Haarausfall?
Auf der Kopfhaut befinden sich durchschnittlich etwa 100.000 Haare, von denen ein täglicher Verlust von 60 bis 100 Haaren als normal gilt. Löst sich über einen längeren Zeitraum eine erheblich größere Anzahl an Haaren, kann ein Haarausfall vorliegen.
Haarausfall (auch Effluvium genannt) ist eine Störung, die durch eine Unterbrechung im Zyklus der Haarproduktion des Körpers verursacht wird.
Ein diffuser Haarausfall liegt vor, wenn das Haar insgesamt lichter wird. Gehen die Haare hingegen ganz verloren und sind diese Verluste sichtbar, spricht man von einer Alopezie. Diese kann sich in kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) oder einem vollständigen Haarverlust (Alopecia areata universalis) äußern.
2. Was sind die Ursachen für einen Haarverlust?
Haarausfall ist ein vielschichtiges Thema. Neben genetischer Veranlagung gibt es auch einige andere Faktoren, die einen Haarausfall verursachen können.
Genetisch bedingter Haarausfall
Ein erblich bedingter Haarausfall ist die häufigste Form des Haarausfalls. Bis zu 70 % aller Männer und bis zu 40 % der Frauen sind von einem genetisch bedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie) betroffen . Die Haarfollikel der Betroffenen reagieren aufgrund einer genetischen Veranlagung überempfindlich auf männliche Hormone, die sogenannten Androgene. Während sich androgenetischer Haarausfall bei Frauen eher am Scheitel zeigt, ist der Haarausfall bei Männern vor allem durch die typischen Geheimratsecken gekennzeichnet.
Wenn bei dir im Verwandtenkreis Leute mit Haarausfall oder einer Glatze sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch du von erblich bedingtem Haarausfall betroffen sein könntest, leider erheblich höher.
In welchem Alter sich der vererbte Haarverlust zeigt, ist sehr unterschiedlich. Während er bei einigen Frauen und Männern im mittleren Alter einsetzt, verlieren manche bereits mit 20 oder 30 Jahren die ersten Haare.
Haarausfall durch einen Nährstoffmangel
Ein Mangel an verschiedenen Mineralien und Vitaminen kann zu sprödem, glanzlosem und dünnem Haar führen. Insbesondere Eisen, Zink, Vitamin D sowie B-Vitamine werden mit Veränderungen der Haarstruktur in Verbindung gebracht . Auch eine Unterversorgung mit Eiweiß und essentiellen Aminosäuren kann zu einem Haarverlust führen.
Hormonell bedingter Haarverlust
Auch ein hormonelles Ungleichgewicht kann der Auslöser für Haarausfall sein. Betroffen sind meistens Frauen.
Häufige Auslöser von einem Ungleichgewicht sind:
- Schwangerschaft
- Absetzen der Pille
- Wechseljahre
Du könntest zum Beispiel dein Hormongleichgewicht mittels eines Bluttests ermitteln. Besonders relevant bei hormonell bedingtem Haarausfall ist das Verhältnis der Hormone Estradiol und Progesteron.
Haarausfall aufgrund von Schilddrüsenerkrankungen
Sowohl eine Schilddrüsenunterfunktion als auch eine Schilddrüsenüberfunktion können zu krankheitsbedingtem Haarausfall führen. Bei einer Unterfunktion ist das Haar eher stumpf und brüchig. Bei einer Überfunktion ist es hingegen weich und dünn.
Lasse deine Schilddrüsenwerte am besten durch einen Bluttest bestimmen.
Medikamente können Haarverlust fördern
Es zeigte sich bei einer Reihe von Medikamenten, dass diese zu einem Haarausfall führen können. Hierzu gehören u.a. Medikamente zur Behandlung:
- Senkung von Blutdruck oder Blutfett
- Blutverdünnung
- Behandlung von neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen
Haarausfall durch Stress
Stehst du häufig unter Stress, egal ob bei der Arbeit oder im Haushalt? Dies kann ein Grund dafür sein, dass dir die Haare ausgehen. Bei dauerhaftem Stress schüttet der Körper das Hormon Cortisol aus, das unter anderem unser Haarwachstum hemmt.
3. Welche Maßnahmen je nach Ursache sinnvoll sein können
Um die Ursache von Haarausfall einzuordnen, sollte zunächst das Gespräch mit einem Arzt gesucht und der Auslöser dafür abgeklärt werden. Anhand dessen kommen je nach Ursache unterschiedliche Maßnahmen infrage.
Tipp 1: So kann eine ausgewogene Ernährung die Haarstruktur unterstützen
Für die normale Haarstruktur spielt eine ausgewogene Ernährung eine wichtige Rolle. Diese sollte reich an Ballaststoffen, Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien sein. Einige Nährstoffe sind an der Bildung der Haarstruktur beteiligt. Wenn deine Ernährung sehr einseitig ist, kann es sinnvoll sein, dies ärztlich oder ernährungsfachlich einordnen zu lassen.
Eiweißreiche Ernährung
Unser Haar besteht zu einem Großteil aus dem Protein Keratin. Mangelt es an Eiweißen, kann dieses nicht mehr in ausreichender Menge hergestellt werden. Zu den Folgen gehören eine verringerte Haardichte und Haarverlust.
Besonders wichtig für die Haarstruktur ist die Aminosäure L-Cystein . Diese ist ein Hauptbestandteil von Keratin und verleiht diesem seine Festigkeit.
Mit einer eiweißreichen Ernährung kannst du ein gesundes Wachstum deiner Haare unterstützen. Wähle hierzu vorwiegend hochwertige Eiweißquellen, wie Hülsenfrüchte, Milchprodukte oder Nüsse.
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Tipp 2: Kläre deine Medikamenteneinnahme ab
Liegt der Verlust deiner Haare an den Medikamenten, die du einnimmst, frage deinen Arzt nach möglichen Alternativen. Sind Erkrankungen die Ursache, sollten diese ärztlich abgeklärt und behandelt werden.
Tipp 3: Sorge für einen gesunden Umgang mit Stress
Wenn Stress der Grund deines Haarverlusts ist, sorge dafür, dir ausreichend Zeit für dich selbst einzuplanen. Entspannungstechniken, wie Meditation, aber auch leichte Bewegung oder Sport können beim Stressabbau helfen. Versuche außerdem, jede Nacht genug zu schlafen, denn auch Schlafmangel kann zu Haarausfall führen.
Wenn Stress nachlässt, kann sich das Haarwachstum wieder normalisieren.
Tipp 4: Wähle die richtige Haarpflege
Wenn du plötzlich ohne erkennbaren Grund mehr Haare verlierst, könnten deine Stylingprodukte dahinterstecken. Versuche, ob ein Wechsel von Shampoo, Haarkur und Co. Abhilfe schafft. Mit regelmäßigen Massagen der Kopfhaut kannst du das Haarwachstum anregen. Auch zu häufiges Haarewaschen, heißes Föhnen, sehr straff gebundene Haare und ein zu raues Kopfkissen können deiner Haargesundheit schaden.
Tipp 5: Informiere dich über medizinische Behandlungsmöglichkeiten
Eine weitere Möglichkeit ist die ärztlich begleitete Behandlung von Haarausfall. Welche Optionen infrage kommen, hängt von der jeweiligen Ursache ab. Lasse dich hier am besten von einem Arzt beraten.
Sei vorsichtig mit Produkten aus Drogerien oder dem Supermarkt: Viele Marken werben damit, den Haarverlust aufhalten zu können. Leider fehlen jedoch in vielen Fällen aussagekräftige Studien, die die Wirksamkeit der beworbenen Mittel belegen.
Leidest du unter sehr starkem oder dauerhaftem Haarausfall, könnte eine Haartransplantation eine Option darstellen. Die Haare werden mit den Haarwurzeln dafür meist am Hinterkopf entnommen und in die kahlen Stellen am Kopf verpflanzt.
Fazit
Haarausfall ist ein sehr vielschichtiges Thema, zu dem es keine pauschale Lösung gibt. Es können viele Ursachen für Haarausfall infrage kommen.
Falls du einen Verlust der Haare bemerkst, dann hinterfrage, ob du irgendeine wesentliche Änderung an deinem Lebensstil oder deiner Ernährung vorgenommen hast, nach der sich der Haarausfall deutlich verschlimmert hat. Das könnte bereits erste Erkenntnisse liefern. Manchmal können auch schon ganz einfache Dinge wie kaltes Haare-Föhnen oder eine andere Haarbürste eine sinnvolle Veränderung sein.
In vielen Fällen liegt die Ursache für Haarausfall jedoch in den Genen.
Findest du keine Erklärung für deinen plötzlichen Haarverlust, solltest du einen Arzt aufsuchen. Dieser kann abklären, ob hinter deinem Problem ein Mangel an Nährstoffen oder eine andere Ursache steckt.